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Erste Langzeitergebnisse nach lymphrekonstruktiven Eingriffen des Armlymphödems
Abu-Ghazaleh A.1, Thieme D.1, Grüter L.2, Andree C.2, Seidenstücker K.1
1Sana Kliniken Düsseldorf, Plastische Chirurgie II, Düsseldorf, Deutschland, 2Sana Kliniken Düsseldorf, Plastische Chirurgie I, Düsseldorf, Deutschland

Nach operativer Therapie des Mammakarzinoms sowie nach Bestrahlung der Lymphabflusswege können die Patientinnen noch nach Jahren ein sekundäres Lymphödem an der betroffenen Extremität entwickeln. Durch die Entfernung von für den Arm notwendiger Lymphknoten, durch operative Durchtrennung von Lymphbahnen in der Axilla sowie durch narbige Verziehungen in der Axillarregion wird der Lymphabtransport aus der oberen Extremität eingeschränkt. Eine länger bestehende Ödembildung führt im umliegenden Gewebe zu einer Fettzellhypertrophie mit irreversibler fibrotischer Alteration.
Seit 12/2015 führten wir in unserer Klinik 245 lymphrekonstruktive Operationen durch, davon 139 an der oberen Extremität und 128 nach onkologischer Therapie eines Mammakarzinoms. Die lymphrekonstruktiven Eingriffe umfassen die Anlage von Lymphovenösen Anastomosen, den vaskulären Lymphknotentransfer (VLNT), sowie den VLNT in Kombination mit einer Fibrolipektomie (WAL).
Die Patientinnen werden in 6-12monatigen Abständen postoperativ beidseitig vermessen um die Armumfangsdifferenz zu bestimmen und die Reduktionsraten zu berechnen.
Unsere bisherigen Ergebnisse zeigen 24 und 36 Monate nach dem lymphrekonstruktiven Eingriff Reduktionsraten nach alleinigem VLNT von über 60% und nach VLNT in Kombination mit WAL von über 44%. Nach LVA-Anlage an der oberen Extremität bertragen die Reduktionsraten nur 34%. Nach ausreichender postoperativer Wartezeit von bis zu 24 Monaten beginnen wir mit einer schrittweisen Reduktion der konservativen Therapie. Oftmals kann die Häufigkeit der Manuellen Lymphdrainage reduziert werden, in Einzelfällen ohne eine Verschlimmerung auch ganz abgesetzt werden.
Der VLNT nach Adhäsiolyse der Axilla (wenn möglich) stellt für die obere Extremität den Goldstandard der Therapie des Armlymphödems dar. Bei Armumfangsdifferenzen von über 3cm im Vergleich zur gesunden Gegenseite sollte dieser durch eine Fibrolipektomie ergänzt werden.