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Ganzbrustbestrahlung versus endokrine Therapie beim frühen Mammakarzinom
Haussmann J.1, Tamaskovics B.1, Boelke E.1, Corradini S.2, Djiepmo-Njanang F.-J.1, Budach W.1, Matuschek C.1
1Heinrich Heine Universität, Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie, Dusseldorf, Deutschland, 2Ludwig Maximillian Universität München, München, Deutschland

Einleitung: Deeskalationsstrategien beim Niedrig-Risiko Mammakarzinom sind der Verzicht auf die adjuvante Ganzbrustbestrahlung (WBI) oder die endokrine Therapie (ET) nach brusterhaltender Operation (BCS). Beide Strategien sind bislang nicht vergleichend analysiert worden.
Patienten und Methodik: Wir führten eine Literaturrecherche durch zur Identifikation von randomisierten Studien mit genannten Behandlungsarmen. Endpunkte der Analyse waren das Gesamtüberleben (OS), brustkrebsspezifischen Überleben (BCSS), Lokalrezidive (LR), krankheitsfreies Überleben (DFS), Fernmetastasen-freies (DMFI), kontralateraler Tumor- (CBC) und Mastektomie-freies Intervall (MFI). Genutzt wurden publizierte individuelle Patientendaten (IPD) aus der „Oxford-Metaanalyse“ sowie studienbasierte Daten innerhalb eines Netzwerks. Extrahiert wurden „Hazard Ratios“(HR) und Odds Ratios (OR).
Ergebnisse: 3 Studien mit IPD zum Vergleich BCS + ET mit BCS + WBI (n=1059) und 9 Studien, in denen 5786 Patienten zusätzlich zu BCS alleine und BCS+WBI+ET (Netzwerkanalyse) randomisiert wurden. IPD OS und BCSS unterschieden sich nach 10 Jahren nicht zwischen BCS+WBI und BCS+ET (OR = 0,85; CI95%: 0,59-1,22; p = 0,369) und (OR = 0,72; CI95%: 0,38-1,36; p = 0,305). Die Netzwerkanalyse zeigte im Vergleich von BCS+RT vs. BCS+ET eine niedrigere LR-Rate (HR = 0,62; CI95%: 0,42-0,92; p = 0,019) ohne Unterschiede im OS (HR=1,00; CI95%: 0,63-1,59; p=0,984) und BCSS (OR=1,18; CI95%: 0,28-4,97;p=0,823). Im BCS+WBI-Arm treten eine kürzeres DMFI, eine höhere CBC-Rate und verringerte MFI auf.
Schlussfolgerung: BCS + WBI ohne ET stellt eine gleichwertige Deeskalationsstrategie zu BCS + ET dar.