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Onkoplastisches Fellowship in Chris Hani Baragwanath Hospital, Johannesburg, SA
Sagmeister T.1
1St. Josef KH, Brustgesundheitszentrum, Wien, Österreich

Zielsetzung: Erlernen von onkoplastischen Operationstechniken, insbesondere der tumorlageradaptierten Reduktionsplastik ohne Verwendung von Fremdmaterial
Methode: Dr. Herbert Cubasch, ein gebürtiger Münchner, hat im Chris Hani Baragwanath Hospital in Johannesburg, South Africa, eine onkoplastische brustchirurgische Abteilung aufgebaut und bietet Senologen die Möglichkeit eines Fellowships an.
Das Krankenhaus liegt in Soweto und ist nach eigenen Angaben das 3. größte Krankenhaus der Welt mit ca 3200 Betten, alleine die chirurgische Abteilung, wo die Senologie beheimatet ist , umfasst ca 500 Betten. Es ist ein Lehrkrankenhaus der University of the Witwatersrand. In Südafrika gibt es kein Brustkrebsfrüherkennungsprogramm, Brustkrebs wird üblicherweise durch Tastbefund entdeckt, die meisten Tumore sind mehr als 2cm groß. Da die durchschnittliche Brustgröße bei Afrikanerinnen relativ groß ist, ist es auch bei größeren Tumoren häufig möglich mit onkoplastischen Techniken eine Brusterhaltung zu erreichen. Implantatrekonstruktionen sind in diesem Krankenhaus aus organisatorischen und finanziellen Gründen nicht möglich. Bei einfachen Mastekomien wird häufig eine kontralaterale Reduktionsplastik angeboten und angenommen und dadurch eine höhere Patientenzufriedenheit erreicht.
Ergebnis: Dr. Cubasch hat mit großem persönlichen Einsatz eine sehr organisierte onkoplastische Abteilung aufgebaut und über viele Jahre große operative Erfahrung gesammelt. Aus meiner österreichischen Sicht sind operative Workshops häufig implantatlastig und Techniken ohne Fremdmaterial werden oft nicht angeboten. Für interessierte Senologen bietet dieses Fellowship eine ausgezeichnete Möglichkeit onkoplastische Techniken selbst zu erlernen.