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Evaluation eines DEGUM Mammasonographie-Qualitätszirkels (1.)
Sandru M.1, Gruber I.1, Boer B.1, Fugunt R.1, Gürgan S.1, Heinecke V.2, Helms G.1, Hoopmann U.1, Röhm C.1, Hahn M.1
1Institut für Frauengesundheit Tübingen, Tübingen, Deutschland, 2Gynäkologische Praxis, Bad Urach, Deutschland

Zielsetzung: Die Mammasonographie ist zur Brustkrebsfrüherkennung, insbesondere bei dichtem Drüsenparenchym, wichtiger Bestandteil der Bildgebung. Intensives Training im Qualitätszirkel schult die Untersucher, um bei niedriger Abklärungsrate eine hohe Detektionsrate zu ermöglichen. Ziel dieser Untersuchung war die Abklärungs- und Detektionsrate der Teilnehmer dieses Mammasonographie-Qualitätszirkels mit standardisiertem Ausbildungscurriculum zu ermitteln.
Materialien und Methoden: Zwischen 01/2018 und 04/2019 wurden 1089 Patientinnen mittels Mammasonographie im Rahmen der gynäkologischen Früherkennungsuntersuchung untersucht. Alle Untersucher waren niedergelassene Gynäkologen und durchliefen 1 x das DEGUM Ausbildungscurriculum zur Mammasonographie über 24 Monate, welches speziell für Qualitätszirkel entwickelt wurde. Alle untersuchten Frauen hatten kein familiäres Hochrisiko. Die Untersuchung erfolgte unabhängig von der Früherkennungs- oder Screeningmammographie.
Ergebnisse: Bei zwei Patientinnen wurden Herdbefunde der Befundkategorie 5 festgestellt, bei 10 Patientinnen ein Herdbefund der Befundkategorie 4. Dieser 12/1089 Patientinnen wurde eine histologische Sicherung empfohlen (1,1%) und bei 9 durchgeführt. 3/1089 lehnte eine Stanzbiopsie ab. Bei 5/1089 wurde ein Mammakarzinom entdeckt (0,5%). 4/1089 zeigten eine benigne Histologie.
Bei 36/1089 (3,3%) Patientinnen wurden Herdbefunde der Befundkategorie 3 festgestellt. 6/36 Patientinnen wollten eine histologische Sicherung dieser Befunde.
In dieser Gruppe fanden sich, wie erwartet, keine Karzinome.
Zusammnenfassung: Niedergelassene Gynäkologen mit regelmäßiger Schulung im Bereich Mammasonographie zur Brustkrebsfrüherkennung unter DEGUM III qualifizierter Anleitung erzielen, unabhängig von der Mammographie, eine hohe Detektionsrate (5/1089) bei niedriger Abklärungsrate. In der Literatur findet man Detektionsrate der reinen Ultraschallfrüherkennung zwischen 0,18% und 0,9% (Ohuchi et al 2016, Berg et al 2012). Schlussfolgernd ist die Rate von 0,5% dieser Arbeit bei niedriger Abklärungsrate als gut einzustufen.

1.Sandru et al,2020;Evaluation eines DEGUM Mammasonographie-Qualitätszirkels.
DGGG-Kongress 2020