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Die prophylaktische Hilotherapy® (gradgenaues Thermoheilverfahren) vermeidet die Entwicklung von CIPN; reaktiv, sekundär eingesetzt vermeidet sie das Fortschreiten von CIPN und führt zur Linderung - ein Update
Schaper T.1,2, Rezai M.3, Groß B.1, Franzmann L.1, Petruschke G.3, Darsow M.4
1Luisenkrankenhaus Düsseldorf, Klinische Studien, Düsseldorf, Deutschland, 2Internationale Senologie Inititative ISI e.V., Selbsthilfe, Düsseldorf, Deutschland, 3Europäisches Brustzentrum Dr. Rezai, Düsseldorf, Deutschland, 4Luisenkrankenhaus Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Zielsetzung: Gradgenaue Hilotherapy® verhindert, prophylaktisch eingesetzt Chemotherapie-induzierte-Polyneuropathien (CIPN); reaktiv - sekundär vermeidet es das Fortschreiten der CIPN und lindert bestehende Symptome.
Methodik: 168 Brustkrebspatientinnen nutzten das gradgenaue Thermoheilverfahren (Hilotherapy®) zur prophylaktischen Hand-Fuß-Kühlung während der Chemotherapie. Die Extremitäten wurden bei jeder Taxan-haltigen Chemotherapie mit einer Temperatur von 10-12°C gekühlt. Die Kühlung erfolgte 30 Minuten vor bis 60 Minuten nach der Chemotherapie. Nach jeder Chemotherapiebehandlung wurden Symptome der CIPN mittels CTCAE Kriterien erfasst, die Nachhaltigkeit der Wirkung durch FollowUp-Daten erhoben (Patientenkontakte alle 3 Monate).
Gruppe 1: 130 Patienten nutzten Hilotherapy® primär-prophylaktisch bei jeder Taxanhaltigen Chemotherapie (pPHT).
Gruppe 2: 38 Patienten nutzen die Hilotherapy® reaktiv-sekundär (rsHT). Kühlung der Extremitäten erfolgte nach Auftreten von CIPN.
Ergebnisse:
Gruppe pPHT: Von 130 Patientinnen mit pPHT entwickleten 121 (93%) keine oder nur milde Symptome der CIPN (Grad 0-1). 8 Patientinnen (6,1%) beschrieben Grad 2 Toxizitäten, 1 Patientin Grad 3 (0,8%). Die Smptome waren reversibel. 4 Monate nach Chemotherapie waren 98% der Patientinnen ohne CIPN > Grad 1, 1 Patientin (2%) gab noch intermittierende Grad 2 Symtomatiken an. Langzeitdaten bestätigen Nachhaltigkeit.
Gruppe rsHT: Ohne pPHT entwickelten 50% der Patientinnen Symptome der CIPN Grad 2-3. Mit Nutzung der rsHT konnten Fortschreiten der CIPN gestoppt, bestehende Symptome gelindert werden: Grad 2-3 Toxizitäten konnten von 50% auf 25% reduziert werden (Tag der letzten Chemotherapie).
Zusammenfassung: Die prophylaktische Hilotherapy® verhinderte bei 93% der Patientinnen die Entwicklung limitierender Polyneuropathien (> Grad 1). Dosisreduktionen, Intervallverlängerung oder Therapieabbrüche waren nicht notwendig. Ohne pPHT entwickleten 50% der Patientinnen CIPN.
rsHT stoppte das Fortschreiten und linderte Symptome.