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Planung und Verlaufskontrolle von Brusteingriffen mittels 3D Analyse
Schenck T.1
1LMU München, Brustzentrum/ Plastische Chirurgie, München, Deutschland

Zielsetzung: Ziel dieses Beitrags ist es unsere Erfahrung in der Nutzung von 3D Scans und 3D Simulationen in der Brustchirurgie vorzustellen und anhand repräsentativer Ergebnisse zu demonstrieren.
Material und Methoden: Für verschiedene Brusteingriffe (Augmentation, Reduktion, Augmentationsmastopexie, Symmetrisierung und Brustrekonstruktion mit Eigengewebe) wurden Parameter zur 3D Planung identifiziert und prä- wie postoperativ mit Hilfe des VectraŽ Systems (Canfield Sci.,USA) erhoben. Die Ergebnisse der Planung und der tatsächlichen OP Ergebnisse wurden gegenüber gestellt, die Abweichungen analysiert und die Praktikabilität der Verfahren bewertet.
Ergebnisse: Es zeigte sich eine gute Reproduzierbarkeit der Ergebnisse und eine gute Übereinstimmung von geplanten und tatsächlichen Ergebnissen. Nur bei schlanken Patientinnen konnten jedoch reproduzierbare und verlässliche Ergebnisse erreicht werden. In der Gruppe der Brustrekonstruktionen mit Eigengewebe konnte beispielsweise der Volumenvergleich zur Gegenseite als sehr hilfreich identifiziert werden. Hier zeigten sich in der Gruppe nach hautmantelerhaltender Mastektomie eine Volumendifferenz zur Gegenseite von -70 ± 36 ml. In der Gruppe der Brustrekonstruktion nach Ablatio simplex konnte das Volumendefizit von präoperativ 420 ± 82 mL auf 160 ± 39 ml signifikant reduziert werden.
Schlussfolgerung: Die prä- und postoperative Brustanalyse mittels 3D Scan wurde in unserer Einrichtung gut etabliert und hat die konventionelle Photographie ersetzt. Neben dem Vergleich von prä- und postoperativen Aufnahmen hat sich insbesondere der Volumenvergleich zur Gegenseite in der Planung sehr bewährt. Postoperative Aufnahmen zu verschiedenen Zeitpunkten können sekundäre Veränderungen identifizieren und sind somit ein wertvolles Werkzeug in der Qualitätssicherung. Hohe Messungenauigkeiten bei adipösen Patientinnen sowie Software bedingte Einschränkungen in der Angabe von absoluten Brustvolumina wurden als Limitationen der Verfahren identifiziert.