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Einfluss von grünem Fenchel (Foeniculum vulgare) auf eine benigne hormonrezeptorpositive und -negative Mammazelllinie (MCF 10a und MCF 12a)
Schneider B.1, Gerber B.1, Reimer T.1, Richter D.-U.1
1Universitätsmedizin Rostock, Universitätsfrauenklinik, Rostock, Deutschland

Zielsetzung: Ziel der Studie soll sein, herauszufinden, ob und in welchem Maße ein Fenchelextrakt die Zellviabilität, Proliferation und Zytotoxizität benigner Mammaepithelzellen in-vitro beeinflusst.
Material und Methoden: Aus handelsüblichem, frischem grünen Fenchel wurde zuerst durch ein Mikrowellenverfahren ein Ethanolextrakt hergestellt und mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) auf diverse Inhaltsstoffe untersucht. Diese dienten als Referenzwerte und wurden in synthetischer Form, neben den Verdünnungsstufen des Ethanolextraktes (100%, 50%, 20%, 10%, 5%, 2,5%, 1%) zu den Zellen gegeben um den Einfluss auf das Wachstum der Zellen zu untersuchen. Diese Untersuchung gelang mittels Zellviabilitätest (CellTiter-Glo®, Promega, Neutralrot, Sigma-Aldrich®), Zytotoxizitätstest (CytoTox-Glo®, Promega) und Zellproliferationsanalyse (BrdU®, Roche). Als Positivkontrolle diente hierbei Estradiol, als Negativkontrolle Endoxifen. Eine Untersuchung des Zellmetabolismus während der Extraktwirkung erfolgte durch Glucose-, pH- und Lactatmessungen. Der Nachweis des Hormonrezeptorstatus der Zelllinien gelang immunhistochemisch.
Ergebnisse: Im Fenchelextrakt wurde Folsäure, Rutin und in Spuren auch Estragol nachgewiesen. In hohen Konzentrationen (100%, 50%) konnte sowohl bei den hormonrezeptorpositiven als auch -negativen Zellen ein deutlich negativer Effekt auf die Zellviabilität, sowie antiproliferative und zytotoxische Effekte gezeigt werden. Eine Auswirkung der niedrigkonzentrierten Extrakte konnte nicht nachgewiesen werden. Auch die im Extrakt enthaltenen Referenzen zeigten kaum Effekte auf die beiden Zelllinien.
Zusammenfassung: Die Ergebnisse zeigen eine deutliche in-vitro Wirkung des Fenchelextraktes auf die benignen, rezeptorpositiven und -negativen Mammazellinien. Da die getesteten Referenzen keine Wirkung zeigten, bleibt zu prüfen ob andere Inhaltsstoffe des Fenchels oder deren Kombination für die Wirkung verantwortlich sind.