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Klinisch-pathologische Charakterisierung von 1078 Ratsuchenden mit pathogener CHEK2 Mutation aus dem Deutschen Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (DK-FBREK)
Bosse K.1,2, Faust U.1, Gruber I.2, Habhab W.1, Günther G.1, Siebers-Renelt U.3, Kiechle M.4, Speiser D.5, Dikow N.6, Kast K.7, Arnold N.8, Vesper A.-S.9, Harbeck N.10, Briest S.11, Thomssen C.11, Gehrig A.12, Wallaschek H.13, Solbach C.14, Wolf M.15, Witzel I.16, Holzhauser I.17, Kaulfuß S.18, Janni W.19, Engel C.20, Rieß O.1, Schmutzler R.21, Schroeder C.1
1Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik Tübingen, Tübingen, Deutschland, 2Department für Frauengesundheit, Universitätsfrauenklinik Tübingen, Tübingen, Deutschland, 3Institut für Humangenetik, Universität Münster, Münster, Deutschland, 4Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum rechts der Isar, Technische Unversität München, München, Deutschland, 5Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs, Universität Berlin, Berlin, Deutschland, 6Institut für Humangenetik, Uniklinikum Hiedelberg, Heidelberg, Deutschland, 7Klinik nd Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Medizinische Fakultät und Uniklinikum, Carl Gustav Carus Technische UniversitätKlinikum Esslingen, Dresden, Deutschland, 8Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinik Schleswig Holstein, Campus Kiel, Christian Albrechts Universität Kiel, Kiel, Deutschland, 9Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland, 10Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinikum der Universität München (LMU), München, Deutschland, 11Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland, 12Institut für Humangenetik, Universität Würzburg, Würzburg, Deutschland, 13Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Hannover, Hannover, Deutschland, 14Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt, Deutschland, 15Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Deutschland, 16Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinikum Eppendorf, Hamburg, Hamburg, Deutschland, 17Institut für Humangenetik, Uniklinikum Regensburg, Regensburg, Deutschland, 18Institut für Humangenetik, Uniklinikum Göttingen, Göttingen, Deutschland, 19Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinikum Ulm, Ulm, Deutschland, 20Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE), Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland, 21Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs, Universität Köln, Köln, Deutschland

Zielsetzung: Anlageträgerinnen einer pathogenen Variante (PV) im Gen CHEK2 haben ein relatives Risiko für Brustkrebs zwischen 1.5 und 3. Nach BRCA1 und BRCA2 ist CHEK2 das 3. häufigste mutierte Gen in Kohorten mit familiärem Brustkrebs in der deutschen Bevölkerung. Typisch ist ein hormonsensitives Tumorwachstum. Die Rate an Her2/neu positiven Tumoren entspricht dem sporadischen Mammakarzinom. Die folgende Auswertung fasst klinisch-pathologische Daten aus einer Querschnittsanalyse zu 1078 CHEK2 Anlageträgern aus dem Deutschen Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (DK-FBREK) zusammen.
Material und Methoden: Die Daten wurden über die zentrale Datenbank des DK-FBREK erfasst. Eingeschlossen wurden nur Patienten mit unauffälligem molekulargenetischen Testergebnis der Gene BRCA1 und BRCA2.
Ergebnisse: Von insgesamt 1078 Ratsuchenden mit gesicherter PV im CHEK2-Gen waren zum Erfassungszeitpunkt 597 Studienteilnehmer an einem Mammakarzinom erkrankt (592 Frauen; 5 Männer). Der Altersmedian betrug 47 und das Alter bei Erstdiagnose variierte zwischen 21-89 Jahren. Zu 352 Patienten lagen vollständige pathologische Daten vor. Bei 325 (92%) handelte es sich um ein NST. Das grading verteilte sich wie folgt: G1 10%, G2 54% und G3 34%. Die Tumore von 293 (83%) Patientinnen waren sowohl Östrogen- als auch Progesteronrezeptor positiv. Der Her2/neu-Rezeptor war in 24% der Tumore überexprimiert. Bei 79 (13%) der Studienteilnehmerinnen wurde ein kontralaterales Mammakarzinom diagnostiziert. Von den 597 Erkrankten wiesen 425 die Mutation c.1100delC auf (71%).
Zusammenfassung: Mutationen im Gen CHEK2 sind eine wesentliche Ursache für erbliche Brustkrebserkrankungen in der deutschen Bevölkerung. Ein relevanter Anteil der Erkrankten weist einen G3-Tumor auf und entwickelt ein kontralaterales Mammakarzinom. Diese Merkmale sind Diskussionsgrundlage für die optimale klinische Betreuung.