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Brustasymmetrie - Minimalinvasive Korrektur der zugrundeliegenden Trichterbrust mit 3D custom-made Silikonimplantaten
von Fritschen U.1
1Helios Klinik Emil von Behring, Klink für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Berlin, Deutschland

Einleitung: Eine Thoraxwanddeformität kann zu einer deutlich sichtbaren Brustasymmetrie führen. Nicht selten wird der Versuch unternommen, den Befund durch eine Mammaaugmentation zu korrigieren. Die seitendifferenten Implantate und der abweichende Thoraxwinkel führen zu einer asymmetrischen Verlagerung der Brust. Schon bei mittelgradigen Deformitäten sind nur unbefriedigende Resultate zu erzielen. Als Korrektur oder zur Vorbereitung einer Mammaaugmentation ist daher die Nivellierung der Thoraxbasis entscheidend.
Patienten und Methoden: Die Korrektur erfolgte anfänglich durch Einbringen eines sternalen Hartsilikonimplantates, das nach einem Gips-Abdruck angefertigt wurde. Bei Frauen war jedoch nur eine eingeschränkte Planung möglich. Seit 4 Jahren verwenden wir ausschließlich Produkte, die mit Hilfe einer Computersimulation erstellt wurden. Die Platzierung wurde von subkutan nach submuskulär verändert. Die operative Technik wird dargestellt.
Ergebnisse: Im langjährigen Follow-up war die subjektive Zufriedenheit ausgezeichnet. Die objektiven Resultate waren mit der 3D-Technik und submuskulären Lage wesentlich besser. Kleinere Komplikationen (intermittierende Sensibilitätsstörungen, postoperative Serome) traten in unter 10% d.F. auf. Majorkomplikationen wurden nicht beobachtet. Eigenfett ist zur Ausnahme geworden.
Diskussion: Bei der Trichterbrustdeformität ohne kardiopulmonale Beeinträchtigung ist das Ziel der Operation ein ästhetischer Ausgleich des Defektes. Die zugrundeliegende Asymmetrie betrifft in aller Regel nur zum kleinen Teil das Brustvolumen.
Seit über 30 Jahren kommen custom-made Silikonimplantate zum Einsatz. Hierbei bieten die neuen 3D-Print Verfahren und Computeranimationen zur Planung eine wesentliche Verbesserung.
Bei einer geplanten Brustaugmentation und gleichzeitig bestehender Thoraxwanddeformität ist die zuvorige Nivellierung der Thoraxbasis Voraussetzung für ein gutes Resultat. Die primäre Einbringung eines Mammaimplantates erschwert den Eingriff erheblich. In aller Regel erfordert dies eine dreizeitige Korrektur und sollte daher unterbleiben.