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Häufigkeit neoadjuvanter Therapien im regulären Folgerunden Screening und Dokumentationsstand der klinisch-bildgebenden Tumorgröße
Brunßen A.1, Weigel S.1, Heindel W.1
1Institut für Klinische Radiologie und Referenzzentrum Mammographie, Medizinische Fakultät der Universität Münster und Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland

Zielsetzung: In der Evaluation des Mammographie-Screening-Programms dient der Anteil fortgeschrittener Karzinome im Stadium II+ als Surrogatparameter für die zu erwartende Senkung der Brustkrebssterblichkeit. Die Erhebung und Wertigkeit werden durch den Einsatz neoadjuvanter Therapien beeinflusst.
Wir haben analysiert, in welcher Häufigkeit - mit Implementierung geänderter medizinischer Empfehlungen - eine neoadjuvante Therapie nach Mammographie-Screening umgesetzt wurde.
Material und Methoden: Daten zu Screening-detektierten Mammakarzinomen der regulären Folgerunde aus den 22 Screening-Einheiten Nordrhein-Westfalens von 2009 bis 2017 wurden ausgewertet. Aus der Screening-Software MaSc wurden die neoadjuvant therapierten Mammakarzinome durch das Präfix „y“ (ypT) identifiziert; seit 2016 konnte die klinisch-bildgebende Tumorgröße (cT) für das Erkankungsstadium analysiert werden.
Ergebnisse: 3.916.356 Frauen im regulären Folgerunden-Screening wurden eingeschlossen; in diesem Kollektiv wurden 22.300 Karzinome entdeckt. Die Detektionsrate lag bei 6 pro 1.000 Frauen.
Im Jahr der MaSc-Anpassung (2016) wurde für 44,2% der mittels Präfix „y“ gekennzeichneten Fälle auch ein cT-Stadium erfasst; im Folgejahr für 98,9%.
Erste neoadjuvant therapierte Fälle wurden 2011 dokumentiert. Ihr Anteil an den als invasiv klassifizierten Karzinomen variierte zwischen den Screening-Einheiten und lag 2012 im Mittel (Median) zunächst bei 3,0% und stieg bis 2017 auf 11,4% an.
Zusammenfassung: Inzwischen ist davon auszugehen, dass mindestens 10% der im Folgerunden-Screening entdeckten Mammakarzinome neoadjuvant behandelt werden.
Um prognostisch ungünstigere, neoadjuvant therapierte Brustkrebserkrankungen nicht aus der Evaluation des Surrogatparameters „fortgeschrittene Karzinome“ ausschließen zu müssen, wurde die Erhebung klinischer Tumorstadien zum Diagnosezeitpunkt in die Evaluation integriert. Insbesondere muss weiterhin auf eine möglichst präzise Dokumentation dieser Daten geachtet werden.