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Mamma fistulans - Eine Blickdiagnose
Wolf M.1, Berner K.1, Ge I.1, Juhasz-Böss I.1, Erbes T.1
1Klinik für Frauenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Deutschland

Zielsetzung: Die Mamma fistulans ist eine klinische Blickdiagnose. Die Patient*innen berichten häufig von rezidivierenden Abszessen der Mamma, die nach konventioneller Inzision wiederkehren. In dieser Fallserie möchten wir auf das typische Krankheitsbild und die adäquate Operationstechnik mit entsprechendem Bildmaterial aufmerksam machen.
Materialien/Methoden: Eine retrospektiven Fallserie von Januar 2017 bis Januar 2020, Einschluss aller Patient*innen mit Mamma fistulans, die in der Universitätsfrauenklinik Freiburg eine Fistelgangexzision erhielten. Erhebung von soziodemographischen Daten, Dauer der Beschwerden, Anzahl der Voroperationen, Nikotinabusus und Auftreten von postoperativen Komplikationen/Rezidiven.
Ergebnisse: Im oben genannten Zeitraum konnten 13 Patient*innen (11 Frauen, 2 Männer) im Alter von 26 bis 58 Jahren (Median: 44 Jahre) eingeschlossen werden. Die Dauer der Beschwerden wurden mit 4-300 Monaten angegeben (Median: 39 Monate). In 11 Fällen trat die Erkrankung einseitig auf, in 2 Fällen beidseitig. In 2 Fällen handelte es sich jeweils um 2 Fistelgänge, alle anderen präsentierten sich mit 1 Fistelgang. Acht Patienten hatten bereits mindestens eine konventionelle Abszessspaltung erhalten (Operationen/voroperiertem Patient im Median: 2). 11 von 13 Patient*innen gaben einen Nikotinabusus an. In 3 Fällen erhielten die Patient*innen bei Mamillenretraktion zusätzlich zur Fistelgangexzision eine Nippeleversionsplastik. In 2 Fällen trat eine postoperative Wundheilungsstörung auf. In einem Fall mit einer beidseitigen Mamma fistulans kam es nach 4 Monaten zu einem beidseitigem Rezidiv.
Zusammenfassung: In Kenntnis der Blickdiagnose Mamma fistulans könnte eine frühzeitige Diagnosestellung mit der adäquaten operativen Therapie eine hohe Chance auf Heilung der Patient*innen bedeuten und somit die Beschwerdedauer deutlich verkürzen.