133

Autologe Brustrekonstruktion in komplizierten Fällen und Sekundärrekonstruktion nach Lappenverlust - Retrospektive Analyse aus einem Brustzentrum mit 15 Jahren Expertise
Wolter A.1,2, Munder B.1, Hagouan M.1, Stambera P.1, Schulz T.1, Fleischer O.1, Fertsch S.1, Grüter L.1, Staemmler K.1, Kornetka J.1, Aufmesser B.1, Aldeeri M.1, Andree C.1
1SANA Krankenhaus Düsseldorf, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauengesundheitszentrum (FGZ), Düsseldorf, Deutschland, 2Universität Witten Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland

Die DIEP-Lappenplastik stellt den Standard in der mikrochirurgischen Brustrekonstruktion dar. Bei einer bereits frustran erfolgten freien Lappenplastik sind die alternativen Möglichkeiten häufig begrenzt. Ziel der Arbeit ist die Vorstellung generell schwieriger Patientenbeispiele sowie das Aufzeigen von sekundären Rekonstruktionsmöglichkeiten.
Wir führen bei allen Patientinnen eine ausführliche Anamnese sowie eine präoperative CT-Angiographie durch. Bei ausreichend vorhandenem Unterbauchgewebe ist der Standard die freie DIEP-Lappenplastik. Die zweite Wahl stellt der TMG-Lappen dar, gefolgt von IGAP/SGAP oder selten der ALT. Bei bereits frustraner freier Lappenplastik favorisieren wir keine erneute freie Lappenplastik sondern je nach Befund eine Prothesenrekonstruktion, ggfs. in Kombination mit Lipofilling, eine gestielte M. latissimus dorsi Lappenplastik ggfs. in Kombination mit einer Prothesenimplantation oder in Kombination mit einem Lipofilling.
Seit 2004 erfolgten in unserer Klinik bei 2024 Patientinnen 2348 freie DIEP-Lappenplastiken, 493 ms-TRAM-Lappen, 30 IGAP/SGAP Lappen, 56 TMG-Lappen, 30 SIEA-Lappen und 3 ALT-Lappen zur Brustrekonstruktion. Das mittlere Alter lag hier bei 50,7 (25-77) Jahren. Die primären Anschlussgefäße waren die Mammaria-interna Gefäße. Die totale Lappenverlustrate lag hier bei 1,3%, partielle Lappennekrose bei 2,8%. Eine akute Nachblutung an der Brust ergab sich mit 2,1%, am Bauch mit 0,7%. Eine Bauchwandschwäche ergab sich mit 1,2% und eine Bauchwandhernie mit 0,3%.
Patientinnen mit Komorbiditäten, Voroperationen, ausgeprägten Strahlenschäden und begrenzten Entnahmestellen sowie die Sekundärrekonstruktion nach Lappenverlust stellen den Plastischen Chirurgen vor eine emotionale und chirurgische Herausforderung. In unserer Klinik favorisieren wir nach einem Lappenverlust keine erneute freie sondern eine gestielte Latissimus dorsi-Lappenplastik, je nach Lokalbefund die Prothesenrekonstruktion, das Lipofilling oder die Kombination dieser Verfahren.