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Brust-MRT: Einsatz und Erwartungen- erste Ergebnisse einer ambulanten Befragung
de Gregorio A.1, Großmann L.2, Braun T.1, Ernst K.1, Janni W.1, de Gregorio N.1
1Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Ulm, Deutschland, 2Universität Ulm, Frauenklinik, Ulm, Deutschland

Zielsetzung: Das Mamma-MRT zählt zu den etablierten brustdiagnostischen Verfahren. Ambulanter Einsatz und untersuchungsbezogener Erwartungshorizont der Patientinnen sind bisher wenig erforscht. Um einen Einblick in diese, für die gynäkologische Berufspraxis relevante Laienperspektive zu erhalten, wurde eine qualitative Studie entwickelt.
Materialien und Methoden: In einer spezialisierten MRT-Praxis wurde von 11/18-12/19 an Patientinnen, die ein Mamma-MRT erhielten, ein anonymisierter Fragebogen ausgegeben. Nach Auswertung der bisher gesammelten Daten wird die Befragung fortgesetzt.
Ergebnisse: Bis 12/2019 wurden 110 Fragebögen verteilt und ausgefüllt zurückgegeben (100% Rücklaufquote).
Das Durchschnittsalter lag bei 56 Jahren, 82% (n=90) war privat versichert. Der Menopausenstatus wurde von 48 Frauen mit post-, von jeweils 31 mit prä-bzw. perimenopausal angegeben. 36 Patientinnen (33%) waren bereits an einem Mammakarzinom erkrankt, bei 44% war die Familienanamnese positiv für Mamma- und/oder Ovarialkarzinom.
Über 80% erhoffte sich gegenüber Brustultraschall und Mammographie einen Zusatznutzen, 58% ein längeres Leben, 86% eine bessere Prognose durch Früherkennung.
Die Mehrzahl hielt das Mamma-MRT bei der Detektion von Mikrokalk (52%), Vorstufen (64%) sowie Erkennung von Krebs in einem früheren Stadium (75%) im Vergleich zu anderen Verfahren für überlegen.
Etwa 70% ließ ein Mamma-MRT zum wiederholten Male durchführen, für 85 (77%) Patientinnen war ein Untersuchungsgrund der Erhalt maximaler persönlicher Sicherheit. Durchschnittlich wird beabsichtigt die Untersuchung in 12 Monaten standardmäßig zu wiederholen.
Zusammenfassung: Bei hoher Akzeptanzrate ist es gelungen, subjektive Patientenmeinungen zum Thema Mamma-MRT zu erfassen. Ebendiese Kenntnisse aus der klinischen Praxis sind sehr wichtig, um individuelle (Fehl-) Einschätzungen zu identifizieren und damit eine gute Aufklärung mit realistischer Erwartungshaltung und damit auch zufriedenen Patientinnen zu gewährleisten.