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Die Rolle des 3q26 Onkogens SEC62 als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf eine neoadjuvante Chemotherapie bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom
Radosa J.C.1, Kasoha M.1, Doerk M.1, Zimmermann J.S.1, Stotz L.1, Linxweiler B.1, Linxweiler M.2, Bochen F.2, Bohle R.M.3, Wagner M.3, Radosa M.-P.4, Wagenpfeil G.5, Solomayer E.-F.1, Takacs Z.1
1Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Homburg, Deutschland, 2Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Homburg, Deutschland, 3Universitätsklinikum des Saarlandes, Institut für Allgemeine und Spezielle Pathologie, Homburg, Deutschland, 4Universitätsklinikum Leipzig, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde, Leipzig, Deutschland, 5Universitätsklinikum des Saarlandes, Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Medizinische Informatik, Homburg, Deutschland

Zielsetzung: Das primäre Ziel der Studie war die Untersuchung der prädiktiven Wertigkeit der Sec62-Expression im Hinblick auf das Ansprechen auf eine neoadjuvante Chemotherapie bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom. Sekundär wurden die Sec62-Expressonsmuster der einzelnen Mammakarzinomsubtypen analysiert.
Materialien und Methoden: In diese prospektive Studie wurden alle Patientinnen eingeschlossen, die zwischen 01/2007 und 12/2018 in der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums des Saarlandes bei primärem Mammakarzinom eine neoadjuvante Chemotherapie erhielten. Ausgewertet wurde die Sec62-Expression von Gewebeproben der prätherapeutischen Mammastanzbiopsie und des abschließenden Mammaoperationspräparats mittels Immunhistochemie. Die Beurteilung erfolgte anhand des Immunreaktivitätsscores nach Remmele und Stegner (IRS). Die Sec62-Expression beider Gewebeproben wurde verglichen und mit dem Ansprechen auf die neoadjuvante Chemotherapie als Regressionsgrad nach Sinn korreliert.
Ergebnisse: Es wurden 194 Patientinnen mit einem durchschnittlichen Alter von 54 Jahren (22-86) und einem medianen Regressionsgrad nach Sinn von 2 (0-4) analysiert.
Alle Gewebeschnitte zeigten eine Sec62-Überexpression. Hinsichtlich der prädiktiven Wertigkeit der Sec62-Expression der Stanzbiopsie auf das Therapieansprechen zeigte sich für das triple negative Mammakarzinom eine positive Korrelation (IRS< 8 2 (0-4); IRS≥ 8 3 (1-4); p ≤ 0,01).
Die neoadjuvante Chemotherapie zeigte ein signifikant besseres Ansprechen bei niedrigerer Sec62-Expression im Operationspräparat (2 (0-4) vs. 1 (0-2); p ≤ 0,01) und einer Differenz zwischen Mammastanzbiopsie und Mammaoperationspräparat ≥6 (4 (1-4) vs. 1 (0-4); p ≤ 0,01). Dieser Effekt zeigt sich am deutlichsten bei Her2/positivem (6 (-3-12)) und triple negativem Brustkrebs (2 (-6-12)).
Zusammenfassung: Diese Studie zeigt eine potentielle Rolle von Sec62 hinsichtlich des Ansprechens auf eine neoadjuvante Chemotherapie bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom.