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Rezidivmusteranalyse von Mammakarzinompatienten mit Neoadjuvanter oder Adjuvanter Chemotherapie und onkoplastischer Operation
Frenz H.1, Endres A.1, Götz S.C.2, Ebner F.2
1Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland, 2Helios Amper-Klinikum Dachau, Dachau, Deutschland

Zielsetzung: Eine inflammatorische Beteiligung an der Tumorgenese wird für zahlreiche Karzinomerkrankungen diskutiert. Bei aggressiven Karzinomen (z.B. Ovarialkarzinom) kann dies zwischen dem diagnostischen und kurativen Eingriff beobachtet werden. Es stellt sich die Frage, ob eine Operation an der Brust ähnliche tumorfördernde Effekte haben könnte. Dementsprechend wurde untersucht, ob sich die Rezidivhäufigkeit von Patientinnen mit neo-(I) bzw. adjuvanter(II) Chemotherapie zeitlich unterscheiden, bzw. ob nach einer plastischen Rekonstruktion(III) erneut ein Anstieg von Rezidiven beobachtet wird.
Materialien: Multizentrische retrospektive Datenbankauswertung von Patientinnen mit Mammakarzinom und Rezidivauftreten bzw. nach plastisch-rekonstruktivem Eingriff (n=506).
Methoden: Zur Unterscheidung der drei Subgruppen wurde das Operationsdatum als t0 für die Nachsorge gesetzt. Das Abstandsmaß der einzelnen Kollektive wurde als Wurzel der Quadratsumme der einzelnen Abstandsmaße zu einem spezifischen Zeitpunkt definiert.
Die genannte Funktion wurde auf Extrem- und Nullpunkte untersucht. Dabei wurde die Hazard Rate der Kollektive zu verschiedenen Zeitpunkten sowie die Hazard Ratio der Kollektive im Vergleich bei Betrachtung des gleichen Zeitpunktes untersucht.
Ergebnisse: Insgesamt konnten 506 Datensätze aus 7 Zentren erhoben werden (70 NAC, 404 Adj und 32 Plastische Datensätze). Die Tumorbiologie war 57,1%/72,7%/55,9% luminal, 11,4%/6,7%/1,8% HER2+, 21,4%/10,9%/8,8% TNBC und 10%/9,7%/23,5% unbekannt.
Das Durchschnittsalter war (48,33J/60,56J/47,5J) gesamt: 58,04 Jahre und die Rezidivfreiheit in den drei Gruppen war 28,54 Monate/50,78 Monate/31,31 Monate.
Nach Anwendung der o.g. Funktion ergab sich eine mittlere Korrelation (Eta-Quadrat=0,061) zwischen den Kollektiven(I-III) und dem jeweiligen Abstandsmaß.
Zusammenfassung: Unsere Auswertung zeigte keine zeitliche Verschiebung der Rezidivkurve bei neoadjuvanter Chemotherapie und adjuvanter Op. Es zeigte sich aber ein Anstieg der Rezidive innerhalb von 1 Jahr nach onkoplastischen Operationen.