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Machen Bits fit oder wie genau messen Fitness-Tracker?
Beck E.1, Gieseler P.2
1Technische Hochschule Brandenburg, Fachbereich Informatik und Medien - Medizininformatikreich, Brandenburg an der Havel, Deutschland, 2Technische Hochschule Brandenburg, Fachbereich Informatik und Medien - Medizininformatik, Brandenburg, Deutschland

Der positive Zusammenhang zwischen Sport, Bewegung und einem verbesserten Gesamtüberleben kann für verschiedene Krebsentitäten als wissenschaftlich abgesichert gelten. Durch die WHO wird eine mäßige bis mittlere Belastung von wöchentlich 150 Minuten, entsprechend drei bis sechs MET (Metabolisches Äquivalent), empfohlen.
Um die Motivation zu steigern sowie die tatsächliche Aktivität unter „Real World“-Bedingungen bestimmen zu können, wurden in einigen Studien Fitness-Tracker eingesetzt, wobei unklar ist, ob deren Präzision für eine Nutzung im medizinischen Umfeld ausreicht.
In einer Pilotuntersuchung wurden 18 Proband(innen) (4 weibliche, 14 männliche) zwischen 18 und 47 Jahren mit einem Fitbit Versa 2 und einem Garmin A370 Tracker am Handgelenk, des nicht-dominanten Arms, versehen. Beide Tracker liefern Daten wie Schrittzahl und Pulsfrequenz. Als Kontrollen dienten ein am unteren Rücken angebrachter 3-D-Bewegungssensor der Firma Plux, sowie ein Pulsoximeter. Nach Bestimmen des Ruhepulses wurden alle Probanden auf einem Laufbandergometer für jeweils 3 Minuten bei 3, 5 und 8 km pro Stunde belastet. Die Tracker-Daten wurden als .csv-Dateien ausgelesen und mit MATLAB ausgewertet.
Beim Vergleich mit dem Plux-Bewegungssensor betrug die Abweichung im Mittel 40 (Fitbit, 28 bis 1023) und 196 (Garmin, 111 bis 1123) Schritte, sodass bei einer sportlichen Aktivität von täglich 20 bis 30 Minuten mit erheblichen Ungenauigkeiten zu rechnen ist.
Zwischen den beiden Tracker-Systemen bestand über den gemessenen Zeitraum von 9 Minuten eine Abweichung von 250 Schritten (12 bis 1017).
Durch die rasche Entwicklung im Bereich der Fitness-Devices ist mittelfristig mit einer verbesserten Genauigkeit zu rechnen. Die Untersuchung der Abweichungen zwischen baugleichen Systemen sowie deren Reliabilität ist Gegenstand einer Folgestudie.