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Ist die brusterhaltende Therapie nach neoadjuvanter Chemotherapie sicher?
Baum D.1, Langanke D.1
1St. Elisabeth Krankenhaus Leipzig, Senologie, Leipzig, Deutschland

Zielsetzung: Die Metaanalyse der EBCTCG von 1983 bis 2013 hatten gezeigt, dass Patienten mit vorausgegangener neoadjuvanter Chemotherapie (NACT) und Brusterhaltender Therapie ein signifikant erhöhtes Lokalrezidivrisiko im Vergleich zur adjuvanten Chemotherapie hatten. Ziel dieser retrospektiven Analyse ist die Beurteilung des Lokalrezidivrisikos nach Brusterhaltender Therapie und vorausgegangener NACT im Vergleich zur adjuvanten Chemotherapie.
Materialien und Methoden: Eingeschlossen wurden 256 Patientinnen, die in den Jahren 2007 bis 2019 eine brusterhaltende Operation aufgrund eines primär diagnostizierten Mammakarzinoms nach neoadjuvanter Chemotherapie im Brustzentrum des St. Elisabeth Krankenhauses Leipzig erhalten haben. Vergleichsgruppe waren 1769 Patientinnen mit BET und adjuvanter Chemotherapie. Die erhobenen Daten stammen aus dem Klinisches Krebsregister Leipzig (KKRL).
Ergebnisse: Im untersuchten Zeitraum betrug die Lokalrezidivrate nach NACT 2,7% verglichen mit 0,9% nach adjuvanter Chemotherapie.
Zusammenfassung: Die hier vorgestellten Patientendaten zeigen bei einer vergleichsweise kurzen Nachbeobachtungszeit eine Verdopplung der insgesamt sehr niedrigen Lokalrezidivrate. Alle Tumoren waren vor Beginn der NACT sonographisch Clip markiert worden.
Schlussfolgerung: Die brusterhaltende Therapie nach NACT sollte unter Entfernung des clipmarkierten Tumorbettes und Berücksichtigung der primären Tumorgröße sowie einer leitliniengerechten adjuvanten Radiatio erfolgen. In der Patientenaufklärung sollten diese Daten Berücksichtigung finden und die Patientinnen über ein erhöhtes Lokalrezidivrisiko aufgeklärt werden