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Morbus Crohn an der Brust
Kiene P.1, van Haasteren V.1, Nölke J.2, Schulze H.3, Aulmann S.4, Thill M.2
1Agaplesion Markus Krankenhaus, Frankfurt am Main, Deutschland, 2Agaplesion Markus Krankenhaus, Gynäkologie, Frankfurt am Main, Deutschland, 3Agaplesion Markus Krankenhaus, Innere Medizin, Frankfurt am Main, Deutschland, 4OptiPath, Pathologie, Frankfurt am Main, Deutschland

Zielsetzung: Präsentation der Behandlung eines extraintestinalen M. Crohn. Die nicht genital lokalisierten Hautveränderungen werden auch als metastasierter Crohn bezeichnet. (1,2). Dazu gibt es kein standardisiertes therapeutisches Vorgehen (3). Mit dieser Kasuistik wollen wir einen möglichen Weg aufzeichnen.
Materialien: 31j Patientin mit bekanntem Morbus Crohn. Die Symptomatik bestand seit einem Jahr. Unter Standard-Therapie des M. Crohns kam es kurzzeitig zur Besserung der Befunde. Nach externer histologischer Sicherung an der Brust erfolgte ein Off-Label-Use mit Tacrolimus oral. Bei fehlendem Erfolg kam es zur Vorstellung in unserem Brustzentrum.
Methoden: Weiterführende Diagnostik erfolgte mit Mammasonographie, retromammillärer cc-Stanze und Mamma-MRT. Wir begannen mit einer antibiotischen Therapie mit Ciprofloxacin für 10 Tage, dann stellten wir auf Metronidazol und Zink für weitere 14 Tage um (1). Bei einem Rückgang der Rötung und des Cutisödems terminierten wir die Operation.
Ergebnisse: Postoperative Histologie mit in der Literatur beschriebenen charakteristischen nicht verkäsenden Granulomen mit Langhansschen Riesenzellen in der Dermis (1).
Zusammenfassung: Trotz intensiver Evaluation ergab sich kein Hinweis auf eine M. Crohn-Manifestation an der Brust. Obwohl die Läsionen beim kutanen M. Crohn spontan abheilen können, tendieren sie zu einem chronischen Verlauf. Wenn die medikamentöse Therapie versagt kann die Operation zur lokalen Abheilung führen. Die Therapie muss interdisziplinär erfolgen. Sie ist langwierig und zeitaufwändig.