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Urogenitale Metastasierung beim Mammakarzinom: Fallvorstellung
Krawczyk N.1, Volkmer A.1, Gantert D.1, Martignoni F.1, Jäger B.1, Kaleta T.1, Fehm T.1
1Frauenklinik der Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Einleitung: Tumoraussat im Bereich des Urogenitaltraktes stellt eine seltene Metastasierungsform beim Mammakarzinom dar. Die geschätzte Inzidenz liegt zwischen 0,1-2% der metastasierten Mammakarzinomfälle (häufigste Lokalisation im Endometrium und Ovar) [1], [2].
Methodik: Wir stellen zwei Mammakarzinompatientinnen vor, die eine genitale Metastasierung beim Mammakarzinom aufweisen. Im ersten Fall handelt es sich um eine 61-jährige Patientin mit einem primär ossär metastasierten invasiv lobulärem Mammakarzinom rechts, cT4a cN+ cM1 G2 ER 9/12 PR 0/12 Her2/neu 1+ Ki-67 10%. Im zweiten Fall handelt es sich um eine 83-jährige Patientin im Z. n. Mammakarzinom links, NST, vor 4 Jahren, damals cT2 cN3a (10/18) cM0 ER 1 PR 0 HER2/neu 3+ Ki-67 40%.
Ergebnisse: Im 1. Fall zeigte sich im Rahmen der Staging-Untersuchungen ein dringender Verdacht auf ein fortgeschrittenes Zervixkarzinom mit Infiltration der Parametrien und der vorderen Rektumwand. Histologisch konnte jedoch eine Metastase des bekannten Mammakarzinoms gesichert werden. Die Patientin war diesbezüglich beschwerdefrei. Im 2. Fall bestand klinisch ein Verdacht auf ein Vaginalkarzinom mit Infiltration der Blase. Die Patientin stellte sich ursprünglich wg. rezidivierenden Harnwegsinfekten bei Ihrem Hausarzt vor und entwickelte im weiteren Verlauf ein postrenales Nierenversagen. Auch hier wurde histologisch die Metastasierung des bekannten Mammakarzinoms gesichert.
Schlussfolgerung: Die urogenitale Metastasierung tritt bei Mammakarzinom selten auf, sollte jedoch differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden. Sie kann sowohl als primäre Metastasierung, als auch im Verlauf der Erkrankung diagnostiziert werden.