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Malignitätsrate von Brustläsionen mit unsicherem biologischem Potenzial (B3) im Rahmen einer retrospektiven nicht-interventionellen Studie
Mohrmann S.1, Maier-Bode A.1, Krawczyk N.1, Kaleta T.1, Borgmeier F.1, Roth K.2, Reinecke P.3, Kreimer U.1, Fehm T.1, Dietzel F.2
1Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Interdisziplinäres Brustzentrum, Düsseldorf, Deutschland, 2Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie UKD, Düsseldorf, Deutschland, 3Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Zielsetzung: Dank ihres heterogenen, der Komplexität ihres biologischen Verhaltens und nicht zu unterschätzenden Entartungsrisiko wird die Frage aufgeworfen, wie mit B3-Läsionen umgegangen werden muss.
Materialien und Methoden: Die durchgeführte Mammadiagnostik bei 175 Patientinnen zwischen 01/2009-12/2016 ergab die minimal-invasive Biopsie die Diagnose einer B3 Läsion mit anschließend erfolgter Resektion. Unsere Studie geht der Frage nach, wie hoch die Malignitätsrate der einzelnen B3-Subgruppen ist, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen bei der Gefahr einen malignen Befund zu erhalten.
Ergebnisse: Die Verteilung der B3-Läsionen nach minimalinvasivem Eingriff: ADH7,3%, FEA7,8%, LIN7,8%, Pa49,5%, PT8,9%, RSL3,1%, gemischte Befunde 10,4%, andere B3-Läsionen 5,2%. Nach offener Exzision erfolgte in 14,1% der Fälle ein Upgrade zu einem malignen Befund, in 9,4% zu einem DCIS, in 4,7% zu einem invasiven Karzinom. Bezogen auf einzelne B3-Läsionen ergaben sich folgende Malignitätsraten: ADH28,6%, FEA13,3% LIN33,3%, Pa12,6%, PT5,9%, RSL0%. Der wichtigste Risikofaktor, welcher signifikanten Einfluss auf das Upgrade aller B3-Läsionen hatte, war zunehmendes Alter. Wir konnten zeigen, dass ein postmenopausaler Status ein erhöhtes Risiko für ein Upgrade darstellte (p=0,015). Bezogen auf maligne Vorerkrankungen der Mamma erwies sich die Lokalisation derselben als signifikanter Risikofaktor (p=0,003). Bezogen auf verschiedene Subgruppen ergaben sich weitere Parameter, welche signifikanten Einfluss auf die Upgraderate der einzelnen B3-Befunde zeigten. Die ausführlichen Daten werden präsentiert.
Zusammenfassung: Die Literatur zeigt eine Vielzahl an Empfehlungen, wie bei B3-Befund weiter vorgegangen werden sollte. Wir halten grundsätzlich eine offene Exzision nach bioptisch gesicherter B3-Läsion für empfehlenswert, solange nicht größere Fallzahlstudien diese Empfehlung widerlegen.