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Therapiestrategien des enkapsulierten papillären Karzinoms - analog zum invasiven Mammakarzinom?
Neubert M.1,2, Petzold A.1,2, Meisel C.1,2, Forberger A.3, Wimberger P.1,2
1Medical Faculty and University Hospital Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Department of Gynecology and Obstetrics, Dresden, Deutschland, 2National Center for Tumor Diseases (NCT), Dresden, Deutschland, 3Medical Faculty and University Hospital Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Department of Pathology, Dresden, Deutschland

Zielsetzung: Das enkapsulierte papilläre Karzinom (EPC) ist nicht nur diagnostisch, sondern auch therapeutisch eine Herausforderung. Es ist eine seltene Untergruppe papillärer Entitäten und umfasst ca. 0.5 - 1 % aller Mammakarzinome. Die Prognose des zumeist hormonrezeptor-positiven Tumors wird als sehr gut beschrieben.
Materialien und Methoden: Es erfolgt die Fallvorstellung zweier Patientinnen mit zunächst stanzbioptisch gesichertem hormonrezeptor-positiven EPC zur Veranschaulichung der therapeutischen Strategie.
Ergebnisse: Im ersten Kasus zeigt der Mammografiebefund einer 66- jährigen Patientin einen BIRADS IVB Befund links. Histopathologisch ergab sich nach stanzbioptischer Sicherung ein hoch hormonrezeptor-positives isoliertes EPC.
Der zweite Kasus betrifft eine 72-jährige Patientin mit neu aufgetretenem Tastbefund der Mamma links. Auch hier wurde stanzbioptisch ein isoliertes hoch hormonrezeptor-positives EPC gesichert. Beide erhielten unter Verzicht weiterer Staginguntersuchungen zunächst die Segmentresektion. Der endgültige histologische Befund zeigte in beiden Fällen ein begleitendes invasives NST Mammakarzinom. Demzufolge erhielten beide Frauen sekundär die SNB, welche tumorfrei waren. Die Patientin aus Kasus 1 erhielt die adjuvante Radiatio der Brust mit Boost (2018), wohingegen die Patientin aus Fall 2 keinen Boost erhielt (2020). Die endokrine Therapie wurde empfohlen.
Zusammenfassung: Das EPC ist eine seltene und schwierige Diagnose. Typisch ist eine breite bindegewebige Kapsel und das Fehlen jeglicher basaler myoepithelialer Zellen. Histologisch ist es ein minimal invasives Karzinom - ein Übergang zwischen in situ und invasivem Karzinom. Die aktuelle Literatur empfiehlt die Behandlung wie ein DCIS, wobei die Empfehlungen zur adjuvanten Radiatio und endokrinen Therapie kontrovers diskutiert werden. Eine SNB sollte nur bei begleitender invasiver Komponente erfolgen.