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Meningeosis carcinomatosa beim Mammakarzinom - Fälle der Universitätsfrauenklinik Dresden aus den Jahren 2009 bis 2019
Nickol A.1,2,3, Wimberger P.1,2,3, Link T.1,2,3
1Department of Gynecology and Obstetrics, Medical Faculty and University Hospital Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, Deutschland, 2National Center for Tumor Diseases (NCT), German Cancer Research Center (DKFZ), Faculty of Medicine and University Hospital Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Helmholtz-Zentrum, Dresden, Deutschland, 3German Cancer Consortium (DKTK) and German Cancer Research Center (DKFZ), Dresden, Deutschland

Zielsetzung: Die Meningeosis carcinomatosa (MC) beim Mammakarzinom geht mit einer infausten Prognose einher. Ziel dieser Arbeit ist es, geeignete Prognosefaktoren für betroffene Patientinnen herauszustellen.
Materialien und Methoden:
Auswertung von 55 Patientinnen mit Diagnose MC zwischen 2009- 2019 an der Universitätsfrauenklinik Dresden als retrospektive Analyse von Primärerkrankungs-, Diagnostik- und Therapiedaten, sowie deren Einfluss auf das Überleben der Betroffenen.
Ergebnisse:
Die Diagnosestellung MC erfolgte durchschnittlich 32,5 Monate nach Erstdiagnose des Mammakarzinoms und wurde mittels MRT und Liquornachweis (58,2%, n=32), MRT allein (32,7%, n=18) oder Liquornachweis allein (9,1%, n=5) erbracht.
Der Hormonrezeptorstatus war in 52,7% (n=29) triple negativ; 5,5% (n=3) HR-/ HER2+; 3,6% (n=2) HR+/ HER2+; 52,7% (n=29) HR+/ HER2-. Die mittleren Überlebenszeiten betrugen 2,0 (triple negativ); 6,6 (HR+/Her2-), 12,7 (HR-/ Her2+) und 14,0 Monate (HR+/ Her2+). Patientinnen mit Tnbc zeigen dabei hochsignifikant früher eine MC (HR 2,8; p=0,001) und versterben hochsignifikant schneller nach Diagnosesicherung (HR 3,0; p=0,001). Als weitere Prognosefaktoren hinsichtlich OS konnten herausgestellt werden: Positivitiät des Hormonrezeptors (HR 0,6; p=0,04) und HER2- Status (HR 0,4; p=0,042), sowie reduzierter Glukose- (HR 0,7; p=0,012) und erhöhter Lactatgehalt (HR 1,2; p=0,001) im Liquor. Therapeutisch erfolgte intrathekale Chemotherapie (63,6%; n=35), sowie diese in Kombination mit Radiatio (21,8%; n=12; OS HR 0,4 p=0,023).
Zusammenfassung: Trotz der retrospektiven Herangehensweise der Auswertung unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit klinischer Untersuchungen zu MC beim Mammakarzinom, um Patientinnen hinsichtlich ihrer Prognose fundiert beraten und entsprechend therapieren zu können.