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Phänotypische Charakterisierung hinsichtlich des Androgenrezeptorstatus der disseminierten Tumorzellen im Knochenmark bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom
Piperek M.1, Krawczyk N.1, Meier-Stiegen F.1, Neubauer H.1, Lopez-Cotarelo C.2, Esposito I.2, Fehm T.1
1Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland, 2Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Zielsetzung: Der Nachweis von disseminierten Tumorzellen (DTZ) im Knochenmark (KM) primärer Mammakarzinompatientinnen gilt als negativer Prognosefaktor und Surrogatmarker der minimalen Tumorresterkrankung. Die phänotypische Charakterisierung der DTZs, die ein potentielles Therapieziel der adjuvanten Behandlungsansätze darstellen, ist daher von besonderem Interesse. Der Androgenrezeptor (AR) gilt bei triple-negativem Brustkrebs bzw. bei Resistenzen gegen endokrine Therapie als mögliches Therapieziel und stellt somit einen potentiellen prädiktiven Faktor beim Mammakarzinom dar. Ziel dieser Studie ist, den AR-Status von DTZs bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom zu bestimmen und diesen mit dem AR-Status der korrespondierenden Primärtumore zu vergleichen.
Materialien & Methoden: Der AR-Status auf DTZs wurde auf 146 Zytospins mit KM-Aspiraten von 82 Patientinnen mittels Immunfluoreszenzfärbung analysiert. Hierfür erfolgte eine Mehrfach-Immunfluoreszenzfärbung mit DAPI, Cytokeratin (CK), dem AR und CD45. Die Prostatazelllinien LnCap und Du145 dienten als Positiv- und Negativkontrolle. Der AR-Status des Primärtumors wurde mit einer immunhistochemischen Färbung desselben AR-Antikörpers bestimmt.
Ergebnisse: Die AR-Färbung auf DTZs wurde erfolgreich etabliert. Bei 26 von 82 Patientinnen (32%) konnten DTZs nachgewesen werden. Bei 10 von 26 DTZ-positiven Patientinnen (38%) konnte mindestens eine AR-positive DTZ detektiert werden. Bei 22 der 26 DTZ-positiven Patientinnen (85%) konnte der AR-Status des Primärtumors bestimmt werden. Die Konkordanz des AR-Status zwischen Primärtumor und DTZ lag bei 29%.
Zusammenfassung: Das Projekt ist Voraussetzung für weiterführende Untersuchungen hinsichtlich des potentiellen prädiktiven Wertes AR-positiver DTZ. Die Technik wurde erfolgreich etabliert, 38% der analysierten DTZs hatten einen positiven AR-Status. Der AR-Status der DTZs kann sich von dem des Primärtumors unterscheiden.